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Foto: Jens Doden

Regionalliga
Samstag, 17.10.2026 | Ingo Poppen

Kickers holt Punkt nach 0:2-Rückstand

0:2 gegen Phönix Lübeck nach 53 Minuten / Plechaty trifft in der 95. Minute zum 2:2

Für Sandro Plechaty gab es nach der Torpremiere nur einen Weg: ab zu den Fans. Begleitet von jubelnden Mitspielern stürmte der 29-Jährige in Richtung Block 5 und ließ seiner Freude freien Lauf. „Das waren Emotionen pur“, sagte Plechaty hinterher. Sein erster Treffer für Kickers Emden bescherte den Ostfriesen am Samstagabend noch einen Punkt gegen Phönix Lübeck – in letzter Minute. „Ich bin sehr glücklich, dass wir den Punkt noch geholt haben.“

Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Plechaty nach einem Zuspiel von Moritz Busch auf der linken Seite in den Strafraum zog. „Das sind genau die Situationen, die ich mag“, sagte er. Mit einem Haken ließ Plechaty seinen Gegenspieler Moritz Kretzer aussteigen. „Ich wusste, dass nicht mehr lange zu spielen ist, deshalb wollte ich den Ball schnell aufs Tor bringen.“ Sein Schlenzer wurde noch leicht abgefälscht und senkte sich über Phönix-Keeper Tim Kips hinweg zum 2:2 ins Netz. „Der Rest war einfach nur geil.“

Foto: Jens Doden

Plechaty hatte Kickers in Vertretung der gesperrten Fabian Herbst und Peer Mahncke als Kapitän aufs Feld geführt. Mit seinem ersten Saisontor belohnte er seine Mannschaft für eine starke Aufholjagd. Nach 53 Minuten lag Kickers gegen das Spitzenteam noch mit 0:2 zurück. 149 Sekunden später traf Jannes Warnken nach einer Ablage von Michael Igwe zum 1:2 und brachte die Hoffnung zurück ins Ostfriesland-Stadion. „Riesen-Respekt an die Jungs“, sagte Trainer Björn Lindemann. „Sie haben eine super Moral gezeigt und immer daran geglaubt. Am Ende nehme ich den Punkt gegen eine sehr gute Mannschaft gerne mit.“

Nach einer Kopfballchance für Theo Schröder (13.) und einem geblockten Schuss der Gäste (14.) gelang Julian Boccaccio der Führungstreffer für Phönix. Nach einem tiefen Ball von Michel Dammeier lief der Offensivmann frei auf Emdens Torhüter Luca Petzold zu und ließ ihm keine Chance – 0:1 (15.).

Petzold und der Pfosten verhinderten in der ersten Hälfte weitere Gegentreffer (39./42.). Die Emder erarbeiteten sich durch Luc Ihorst (30.) und Warnken (39.) ebenfalls gute Möglichkeiten.

„Phönix ist eine sehr gute, unbequeme Mannschaft“, sagte Lindemann. „Sie haben clever gespielt und waren kaum zu greifen.“ Das zeigte sich auch in der 53. Minute, als Julian Markvoort zum 0:2 einschob, nachdem Petzold bei einem Schuss noch stark reagiert hatte. „Wir hatten uns viel vorgenommen, bekommen dann wieder einen Schlag in die Fresse“, so Lindemann. Sein Team ließ sich jedoch nicht hängen – und kam durch Warnken schnell zurück. „In der zweiten Hälfte waren wir dann schon am Drücker“, sagte Plechaty. „Da haben wir es deutlich besser gemacht als vor der Pause.“

Lübeck war durch schnelle Angriffe zwar immer wieder gefährlich und traf einmal die Latte (63.). Auf der anderen Seite gelang Ihorst kurz darauf das vermeintliche 2:2. Der Treffer zählte wegen einer Abseitsstellung aber nicht (68.). Auch Semin Kojic (72.) und Schröder (74.) hatten Pech im Abschluss.

Foto: Jens Doden

Als in der dritten Minute der Nachspielzeit dann auch ein Kopfball von Nick Stepantsev über die Latte strich, dürften viele der 1450 Zuschauer im Ostfriesland-Stadion nicht mehr mit dem Remis gerechnet haben. Dann bediente Busch Plechaty, dessen Treffer zum 2:2 für blau-weißen Kollektivjubel vor Block 5 sorgte.

„Durch die Ausfälle stand eine sehr junge Mannschaft auf dem Platz“, sagte der mit 29 Jahren älteste Kickers-Akteur im Kader. „Phönix hat uns echt viel abverlangt, aber bei uns hat jeder bis zum Schluss geackert, das war schon Wahnsinn.“

Entsprechend zuversichtlich blickte der Mann des Abends dann auch auf die kommenden Aufgaben: „Aus der guten zweiten Hälfte können wir viel mitnehmen“, sagte Sandro Plechaty. „Wenn wir weiter daran arbeiten, werden wir in den nächsten Spielen weiter punkten.“